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Nachhaltigkeit Sonnenstrom & Wärme aus Holz

Mit sonnenstrom und wärme aus holz

 

Nachhaltiges Wirtschaften ist im Erzgebirge seit Jahrhunderten verwurzelt. Schon vor mehr als 450 Jahren verfügte der sächsische Kurfürst mit seinen Oberberg-Hauptleuten, dass abgeholzte Wälder wieder aufgeforstet werden, um den Holzreichtum für nachfolgende Generationen zu erhalten. Die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge beherzigen den Grundsatz der Nachhaltigkeit bis heute.

Clevere Energiekonzepte

„Wir haben nur diese eine Welt“, ist sich Björn Köhler zutiefst bewusst. „Ressourcen sind ein wertvolles Gut, mit dem wir sehr behutsam umgehen müssen.“ Schon vor einigen Jahren erarbeitete er deshalb mit seinem Team ein Energiekonzept für sein Unternehmen, das von Ökostrom aus erneuerbaren Energien über E-Mobilität und Recycling alle Aspekte des Umweltschutzes bedient. Der bewusste und sparsame Umgang mit den Schätzen der Natur liegt den erzgebirgischen Kunsthandwerkern am Herzen – und er steht den Figuren gut zu Gesicht.

 

Umweltfreundliche Verpackung

Warum einen Karton wegwerfen, wenn er nur ein Mal verwendet

wurde? Bei Köhler Kunsthandwerk werden die knuffigen Weihnachtsmänner auch schon mal in einem gebrauchten Karton auf

ihre Reise zu den Kunden geschickt. Bei Wendt & Kühn kommen ausschließlich recycelte und biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien zum Einsatz. So konnten im letzten Jahr 115 Bäume vor der Abholzung gerettet werden.

Ein Aufkleber verrät: Dieser Karton von Björn Köhler lebt ein zweites Leben.



Heizen mit Holz

Auch was die Energieerzeugung angeht, setzen die Erzgebirger auf Nachhaltigkeit. Fast alle Hersteller von Erzgebirgischem Kunsthandwerk® nutzen die Holzabfälle, die bei der Produktion der Figuren entstehen. Viele Werkstätten erzeugen ihre Wärme mit modernen Späne- oder Hackschnitzelheizungen oder heizen mit Holzabfällen. Einige wie Spielwarenmacher Günther kaufen sogar Holzreste von anderen zu, andere wie die Firma Zeidler heizen

komplett autark. Torsten Unger verdichtet seine Späne auf ein Drittel ihres Volumens und presst daraus handliche Holzbriketts, die im Winter verheizt werden. Die Firma Wagner aus Riechberg stellt selbst Holzpresslinge zum Beheizen der Werkstatt her. Und Björn Köhler arbeitet dank einem hocheffizienten Hackschnitzelkessel, in dem Holzspäne und Holzreste energetisch verwertet werden, in seiner Eppendorfer Werkstatt autark, ohne fossile Brennstoffe und somit CO2-neutral.

Torsten Unger heizt seine Werkstatt wie viele andere Kunsthandwerker mit

Spänen und Holzabfällen.

Holzpresslinge für die hocheffiziente Heizanlage von Björn Köhler



Rund 50 Tonnen CO2 spart Blank Kunsthandwerk durch energieautarkes Wirtschaften ein.

Strom aus Sonnenlicht

Auch die Kraft der Sonne wird im Erzgebirge gern genutzt. So ist auf dem Dach der Blank-Engelwerkstätten eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit 50 kW montiert. Das gesamte Unternehmen wirtschaftet energieautark und reduziert durch die Energiesparmaßnahmen den CO2-Ausstoß pro Jahr um rund 50 Tonnen. Auch auf vielen anderen Werkstattdächern wird das Licht der Sonne in Strom für die Figurenproduktion verwandelt. Bei der Firma rauta fließt der Strom aus der Solaranlage auf dem Dach eines alten Ritterguts, das Warmwasser wird aus Erdwärme in einer Geothermie-Anlage erzeugt. Energiesparende LED-Leuchten sorgen in vielen Werkstätten für einen geringen Stromverbrauch.



Engagement für die Umwelt

Viele Kunden schätzen das Bewusstsein, mit dem die Holzkünstler aus dem Erzgebirge die Natur erhalten. Bei zahlreichen Unternehmen geht dieses freiwillige Engagement weit über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. So wie bei Kleinkunst aus dem Erzgebirge Müller, Mitglied in der Umweltallianz Sachsen. Das Unternehmen wurde für seine beispielhaften Leistungen im Bereich umweltorientierte Unternehmensführung und nachhaltige Holznutzung sogar mit dem Preis für Umweltschutz geehrt. „Die Natur ist Lebensgrundlage und Erholungsraum. Und sie ist unser Kapital. Aus diesem Grund ist es wichtig, dieses Gut für Generationen zu erhalten. Betriebe wie der unsere zeigen Verantwortung im Umgang mit dem unverzichtbaren Roh- und Werkstoff Holz und demonstrieren Engagement für die Umwelt“, sagt Ringo Müller, der das Familienunternehmen in vierter Generation führt, und spricht damit vielen erzgebirgischen Kunsthandwerkern aus dem Herzen.

"Mit dem Einkauf unserer Erzeugnisse kann jeder seinen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten." - Ringo Müller



Nachhaltigkeit hat viele Facetten. In der letzten Ausgabe unsers Magazins "Die Kunst zum Leben" haben wir darüber berichtet, wie die erzgebirgischen Kunsthandwerker Holz, Verpackungen, Maschinen, Farben und Zubehör auf kurzen Wegen aus der Region beziehen. Den ganzen Beitrag könnt ihr hier noch einmal nachlesen.


Bild- und Herstellernachweis:

Bild Torsten Unger: Manuela Hamburg

Köhler Kunsthandwerk GmbH & Co. KG, Eppendorf

Wendt & Kühn, Grünhainichen

Spielwarenmacher Günther e. K., Seiffen

Zeidler Holzkunst GmbH, Seiffen

Volkskunstwerkstatt Unger, Steinberg

Drechslerei Volkmar Wagner, Riechberg

Blank Kunsthandwerk, Inh. Uwe Blank, Grünhainichen

Raum- und Tafelschmuck Gabriele Günther e. Kfr., Neuhirschstein

Kleinkunst aus dem Erzgebirge Müller, Seiffen