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Fachgeschäft des Jahres 2021

von der drogerie zum holzkunstmekka

Kaum vorstellbar, wie schwierig es noch vor 50 Jahren war, Erzgebirgische Volkskunst® in die Schweiz zu exportieren. Trotz vieler Umwege und Hintertürchen blieb Roland Paul seiner Vision treu und fand immer einen Weg. Noch heute, mit 81 Jahren, verkauft er gemeinsam mit seiner Frau Ruth im Fachgeschäft in Basel Raritäten und Sammlerstücke, Traditionelles und Modernes aus dem Erzgebirge. 

Der gelernte Drogist mit Meisterbrief entdeckte seine Leidenschaft für die Holzkunst in den Sechzigerjahren. In einem Werbeprospekt sah er Räuchermänner–und sie gefielen ihm so gut, dass er sie spontan in sein Sortiment aufnahm: „Die Idee lag nahe, da schon mein Großvater Räucherkerzen verkaufte–wenn sie auch medizinische Zwecke verfolgten oder Insekten vertrieben. Ich bekam aber nur drei oder vier der hölzernen Rauchfiguren, mehr war damals nicht möglich.“ Kaum im Geschäft, waren diese auch schon verkauft. Die Nachfrage war groß, die „Spezialhandelsware“ jedoch nur durch Beziehungen zu bekommen. Über einen Schachtelfabrikanten aus Olbernhau spannte sich der heiße Draht zu den erzgebirgischen Kunsthandwerkern: Die Pauls konnten „Liebespakete“ in die Schweiz importieren. 1986 besuchten Ruth und Roland Paul das Erzgebirge zum ersten Mal und reisten mit einer befreundeten Familie durch die Region. „Wir sind von Holzhaufen zu Holzhaufen gefahren–beim ersten war’s Brennholz und beim nächsten Schnitzholz–also haben wir an die Tür geklopft und uns die Werkstatt angeschaut“, erinnert sich der Drogist. So entstanden über die Jahre viele enge Freundschaften mit den Handwerkern: mit Heiner Stephani, Björn Köhler, den Chefs von Ulmik und den Werkstätten Flade … um nur einige zu nennen. Auch im hohen Alter kommen die Pauls zweimal jährlich nach Deutschland. Roland Paul ist Mitglied im Verein des Spielzeugmuseums Seiffen. Das Ehepaar hat viele Bergparaden und Stollen von innen gesehen. Zweiundzwanzig Weihnachtsmärkte haben die beiden in Basel betreut. Immer war ein Handwerker aus dem Erzgebirge dabei und führte den Besuchern etwas vor. So holten sie das Drechseln, Schnitzen und Reifendrehen in die Schweiz. Die Pauls leben das Erzgebirge. Sie haben das richtige Gespür für die Handwerkskunst und geben die erzgebirgischen Traditionen gern an ihre Kunden weiter. „Wir haben eine Kundin, die die Kunstwerke aus dem Erzgebirge mit der Lupe betrachtet. Sie bestaunt jeden Pinselstrich. Ein anderer kauft die Ware ungesehen, er ist überzeugter Sammler.“ Mit den Jahren verschwand in ihrem Geschäft ein Drogeriesortiment nach dem anderen und wich der Erzgebirgischen Volkskunst®. Seit sieben Jahren findet man im Verkaufsraum nur noch Figuren aus Holz. Ruth und Roland Paul führen über 6.000 Artikel von knapp 100 Handwerkern. Knapp 600 Kunden werden regelmäßig per E-Mail über Neuheiten und Raritäten informiert. Zum Glück denken die beiden gar nicht daran, das Geschäft aufzugeben. Roland Paul beteuert: „Ich bin 81, will aber mindestens noch 181 Jahre alt werden. Es ist mir eine so große Freude, mit diesen schönen Dingen zu arbeiten!“


Alle Händler des Fachhandelsring der Erzgebirgischen Volkskunst finden Sie hier.

 

IMMER GUT BERATEN

Die Geschäfte des Fachhandelsrings Erzgebirgische Volkskunst empfangen ihre Kunden mit einer stilvollen Atmosphäre, freundlichem Personal, einer ehrlichen, fachkundigen Beratung und einem breiten, gut sortierten Angebot.


Fotonachweis:

Alle Bilder von André Uhlig